Der Fotografenvertrag und was hierbei zu beachten ist

Die Erstel­lung von pro­fes­sio­nel­len Fotos ist auch in der Online­welt ein all­täg­li­cher Vor­gang. Von Soci­al-Media-Kam­pa­gnen über Pro­dukt­fo­tos für den Web­shop bis hin zu Arbeit­neh­mer­fo­tos auf der Unter­neh­mens­sei­te. Ohne pro­fes­sio­nel­le Fotos kommt kaum eine Mar­ke­ting­maß­nah­me oder ein unter­neh­me­ri­scher Inter­net­auf­tritt heut­zu­ta­ge aus.

 

Wer­den von einer Agen­tur oder direkt vom Unter­neh­men Auf­trä­ge an exter­ne Foto­gra­fen gege­ben, dann muss ein Ver­trag vor­han­den sein, der die erfor­der­li­chen Punk­te regelt. Die wesent­li­chen Inhal­te eines sol­chen Ver­tra­ges sol­len hier ange­spro­chen wer­den. Denn feh­len ver­trag­li­che Grund­la­gen, dann merkt man dies meis­tens erst, wenn es spä­ter Strei­tig­kei­ten gibt. So eini­ge ermü­den­de Rechts­strei­tig­kei­ten hät­ten durch einen soli­den Foto­gra­fen­ver­tragv ver­mie­den wer­den kön­nen. Das ist lei­der auch die Erfah­rung eini­ger unse­rer Man­dan­ten, die sich im Nach­hin­ein auf­grund des feh­len­den Ver­tra­ges ärgern muss­ten.

Vertragsgegenstand

Bevor der Foto­graf mit sei­ner Arbeit anfängt, wird in der Regel aus­führ­lich über das Vor­ha­ben gere­det und es wer­den die Wün­sche des Auf­trag­ge­bers klar­ge­stellt.

Oft wird aber nicht dar­an gedacht, eine mög­lichst aus­führ­li­che Beschrei­bung des­sen in den Ver­trag auf­zu­neh­men, was sich der Auf­trag­ge­ber als Ergeb­nis vor­stellt. Die­se Beschrei­bung soll­te in eige­nen Wor­ten und ohne „Juris­ten­sprech“ erfol­gen. Denn soll­ten sich die Ver­trags­part­ner wegen des Umfangs des Auf­trags unei­nig sein und des­we­gen strei­ten, dann kommt es auf den Auf­trags­ge­gen­stand an, wel­cher in der Prä­am­bel des Ver­tra­ges ste­hen soll­te.

 

Rechteeinräumung

Die Rege­lung über die Rech­te­ein­räu­mung ist der Kern eines jeden Ver­tra­ges mit Urhe­ber­rechts­be­zug. Die Ver­ein­ba­rung zur Rech­te­ein­räu­mung soll­te alle geplan­ten Ver­wer­tungs­for­men erfas­sen. Es muss gere­gelt wer­den, wel­che Art von Nut­zungs­recht (ein­fach oder aus­schließ­lich) über­tra­gen wer­den und ob es zeit­li­che, ört­li­che oder media­le Ein­schrän­kun­gen geben soll.

 

Fehlt es an einer Rege­lung zur Rech­te­über­tra­gung in dem Foto­gra­fen­ver­trag, dann gilt das Gesetz. Ein­schlä­gig ist § 31 Abs.5 UrhG und damit die soge­nann­te Zweck­über­tra­gungs­leh­re. Danach muss bei einer feh­len­den Rege­lung der Foto­graf nur die Rech­te über­tra­gen, die der Auf­trag­ge­ber für sein Vor­ha­ben benö­tigt. Dies kann für den Auf­trag­ge­ber wesent­li­che Fol­gen haben, was aus fol­gen­dem Bei­spiel deut­lich wird:

 

Wird der Foto­graf beauf­tragt, Pro­dukt­fo­tos für die Unter­neh­mens­web­sei­te zu erstel­len, dann darf das Unter­neh­men die­se Fotos spä­ter nicht für eine Face­book-Kam­pa­gne oder eine Print­an­zei­ge ver­wen­den, wenn es an einer Rege­lung über die Rech­te­über­tra­gung fehlt. Das heißt es kommt dar­auf an, was der Auf­trag­ge­ber braucht und dies auch ver­trag­lich regelt. Was der Auf­trag­ge­ber sich im Geis­te wünscht, ist uner­heb­lich.

 

Namensnennung & Bearbeitung

Der Foto­graf hat nach § 13 UrhG ein Recht auf Namens­nen­nung. Danach ist der Grund­satz, dass die Fotos nur mit einer nament­li­chen Nen­nung des Urhe­bers, also des Foto­gra­fen, ver­öf­fent­licht wer­den dür­fen. Falls auf die­ses Recht nicht im Rah­men eines Ver­tra­ges ver­zich­tet wird, dann kann der Foto­graf gegen die Ver­öf­fent­li­chung ohne Namens­nen­nung vor­ge­hen.

 

Vor allem die Bear­bei­tung des spä­te­ren Fotos ist für den Auf­trag­ge­ber beson­ders wich­tig. Gera­de wenn das Foto für meh­re­re Kam­pa­gnen oder ver­schie­den Ein­satz­zwe­cke ange­dacht ist, dann wird das Foto hier­für oft­mals bear­bei­tet wer­den müs­sen. Nach § 14 UrhG bedarf die „Ent­stel­lung des Wer­kes“ aber eine Ein­wil­li­gung des Foto­gra­fen, so dass die­ser Punkt ver­trag­lich gere­gelt wer­den soll­te.

 

Urheberrechtsstreitigkeiten

Im Ver­trag soll­te auch nicht die Klau­sel feh­len, wonach der Foto­graf den Auf­trag­ge­ber bei urhe­ber­recht­li­chen Strei­tig­kei­ten unter­stütz­ten muss. Der Hin­ter­grund ist hier ein denk­ba­res Sze­na­rio, wobei der Auf­trag­ge­ber sich bei der Nut­zung des Bil­des urhe­ber­recht­li­chen Strei­tig­kei­ten stel­len muss (z.B. wenn ein Drit­ter behaup­tet, er sei Urhe­ber des Fotos). Mit einer ent­spre­chen­den Klau­sel kann der Auf­trag­ge­ber den Foto­gra­fen auf­for­dern, ihm bei dem Rechts­streit zur Sei­te zu ste­hen, um die Behaup­tun­gen des Drit­ter so leich­ter aus­räu­men zu kön­nen.

 

Sonstige Punkte

Wei­te­re Bestand­teil des Foto­gra­fen­ver­tra­ges sind regel­mä­ßig die fol­gen­den Punk­te.

 

  • Ver­gü­tung
  • Pflich­ten des Foto­gra­fen
  • Haftung/Gewährleistung
  • Ver­hal­ten bei Urhe­ber­rechts­strei­tig­kei­ten

 

Fazit

Der Bei­trag zeigt, dass ein Ver­trag mit dem Foto­gra­fen stets vor­han­den sein soll­te, um anfäng­li­che Unklar­hei­ten und spä­te­re Strei­tig­kei­ten zu ver­mei­den.

 

Gera­de auch für den Foto­gra­fen ist ein Foto­gra­fen­ver­trag von Vor­teil. Denn oft ist die­ser als Selbst­stän­di­ger allei­ne an den Ver­trags­ver­hand­lun­gen betei­ligt und hät­te daher ohne Ver­trag Beweis­pro­ble­me, wenn es Strei­tig­kei­ten wegen des Leis­tungs­um­fangs geben soll­te. Soweit sich die Auf­trä­ge eines Foto­gra­fen inhalt­lich sehr ähneln (z.B. Hoch­zeits­fo­to­graf, Pro­dukt­fo­to­graf, etc.) bie­tet es sich an, die ver­trag­li­chen Bedin­gun­gen in All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen (AGB) fest­zu­le­gen, so dass die­se bei jedem neu­en Auf­trag als Ver­trags­grund­la­ge ver­wen­det wer­den kön­nen.

 

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